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FRÜHJAHR 2026

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Editorial

Liebe Buchhändlerinnen und Buchhändler,
liebe Freundinnen und Freunde des
schönen Schirmer/Mosel-Buchs!

Zwei große Jubiläen im Jahr 2026 werfen ihre Wellen der Aufmerksamkeit voraus.

Da ist zum einen der 100. Geburtstag von Marilyn Monroe am 1. Juni 2026. Die Medienwelt rüstet sich für dieses Ereignis in ungeheurem Ausmaß. Uns trifft es als die Marilyn Monroe-Spezialisten gut vorbereitet. Ich habe 1982 das große Buch Marilyn und die Kamera, das die schönsten Photographien der Künstlerin versammelt, zusammengetragen und herausgegeben. Der einzige Photograph, dessen Werk ich damals nicht erreichen konnte, war Sam Shaw. Ein glücklicher Zufall hat es gefügt, dass die Familienstreitigkeiten im Hause Shaw im vergangenen Jahr beigelegt wurden und wir in Zusammenarbeit mit einem englischen Verleger das Buch Sam Shaw. Dear Marilyn in die Welt tragen konnten. Damit ist eine schmerzhafte Lücke in unserer Marilyn Monroe-Literatur geschlossen. Marilyn und die Kamera kündigen wir in diesem Programm, wie es sich zum 100. Geburtstag gehört, mit einem extra dafür entworfenen goldenen Schutzumschlag und dem schönen Titel Golden Marilyn an. Golden Marilyn bieten wir zum Sonderpreis von 25 Euro an. Dazu gibt es das Sam Shaw-Buch für 49,80 Euro und den Marilyn-Band in der Visuellen Bibliothek mit 48 ausgewählten Photos und dem berühmten Text „Ein wunderbares Kind“ von Truman Capote. Biographische Erinnerungen versammelt Colin Clark, der 1956 als Produktionsassistent für Marilyns Wohl und Wehe sorgte, als sie in London mit Lawrence Olivier The Prince and the Showgirl drehte. Ein schönes Plakat haben wir für Ihr Schaufenster vorbereitet. Die Vertreter werden Ihnen gern unser Sonderangebot zu diesen vier Titeln unterbreiten. Wenn Sie Bücher aus anderen Verlagen, die anlässlich des Ereignisses erscheinen, dazulegen, habe ich nichts dagegen.

Unsere französischen Kollegen bereiten sich, angespornt vom französischen Kultusministerium, ab Herbst 2026 auf die 200-Jahr-Feiern der Erfindung der Photographie vor, die sich bis ins Jahr 2027 hinziehen werden. Auch hier sind wir, wie Sie sich vorstellen können, aufs Beste vorbereitet. Unser 50-jähriges Verlagsprogramm ist ja sozusagen auf die Photographie zentriert. In den letzten Jahren ist als weiterer Brennpunkt die Bildende Kunst hinzugetreten.

In diesen Brennpunkten stehen drei Neuerscheinungen, die bereits in der Welt sind, aber erst in diesem Programm angekündigt werden können. Die wunderbaren frühen Zeichnungen von Joseph Beuys stellt unser Begleitbuch zur Tübinger Ausstellung Joseph Beuys. Bewohnte Mythen vor. Die Werke von Jeff Wall, die sich mit den Nöten der arbeitenden Bevölkerung beschäftigen, hat das Buch Jeff Wall. Living, Working, Surviving zum Thema. Es begleitet eine große Jeff Wall-Ausstellung in der Fondazione MAST in Bologna. Das dritte Buch in diesem Bunde ist der Katalog von Teilen meiner Kunstsammlung, die unter dem Titel Zeitgenössische Kunst von Cy Twombly bis Peter Handke derzeit im Kallmann Museum in Ismaning bei München ausgestellt wird. Vier weitere kunstaffine Bände sind Gegenstand unseres neuen Programms. Die europäische Erstveröffentlichung der Zeichnungen von Frida Kahlo, herausgegeben von Helga Prignitz, ist eine kunsthistorische Sensation. Die Zeichnungen von Martin Assig, eine Serie von Tuschezeichnungen in schwarzer Farbe, sind ein Höhepunkt der graphischen Kunst in Deutschland. Sie vereinen schwarzen Humor mit graphischer Strenge und schöpferischer Vielfalt. Sie knüpfen an die Zeichenkunst von Franz Kafka an, nicht nur durch ihre literarische Dimension. Zum 50. Jubiläum der großen Ausstellung The Human Clay im London des Jahres 1976 erscheint die Fortführung unserer Werkreihe von R.B. Kitaj als Jubiläumsausgabe des Katalogs zu dieser Ausstellung. Sie war jenen zeitgenössischen britischen Künstlern gewidmet, die programmatisch an der figurativen Darstellung des menschlichen Körpers festhielten.

Unsere Ein-Bild-Geschichten werden fortgesetzt durch eine Bildanalyse des berühmten Photos „Der Sprung in die Leere“, mit dem sich der französische Maler Yves Klein auch in der Photogeschichte unsterblich gemacht hat.

Drei Bücher, die wir zu den Longsellern zählen und die im letzten Jahr ausverkauft wurden, werden neu aufgelegt: Helmut Newton. Portraits und Vivian Mayer. Street Photographer sollten jedenfalls im Jubiläumsjahr verfügbar sein. Coco Chanels autobiografischer Text Die Kunst, Chanel zu sein wird ebenfalls wieder ein Schmuckstück des Programms sein.

Schließlich gibt es noch sechs Bücher, die, im vergangenen Herbst angekündigt, nun produktionsreif sind und Ihr Sortiment im Frühjahr aufs Kostbarste erweitern: Jazz, der Zyklus der Scherenschnitte von Henri Matisse erscheint in einer dreisprachigen Ausgabe pünktlich zur großen Henri Matisse-Ausstellung im Grand Palais in Paris im März. Die Studien des Kölner Photographen Claus Goedicke über den Kunststoff Plastik und seine Erscheinungsform als Verpackung in der Konsumwelt sind ebenfalls für das Frühjahr vorgesehen. In unserer topographischen Reihe erscheinen Braunschweig in frühen Photographien und das große Werkverzeichnis des Photochronisten des sächsischen Königreichs August Kotzsch, dem das Museum in Loschwitz bei Dresden eine große Ausstellung im April vorbereitet.

Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Stadt München. Elisabeth Angermair stellt uns München in der Schwarzweiß-Photographie des 19. Jahrhunderts vor. Rainer Viertlböck zeigt uns in schmucken Farben die Stadt an der Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Dazwischen stehen die Aufnahmen des zerstörten München, Memento 1945, von Herbert List.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit unserem üppigen Strauß von Neuerscheinungen und mit der nun erstmals für Sie nach Themenkreisen geordneten Backlist, die 381 Titel umfasst.

Mit sehr freundlichen Grüßen

Lothar Schirmer
München, im Dezember 2025

 

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