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Frühjahr 2014
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Editorial

 

Liebe Freundinnen und Freunde – oder besser

zeitgenössisch –, liebe Userinnen und User

der schönen Schirmer/Mosel-Bücher!

 

Am 1. April 1974 (kein Scherz), am Fool’s Day, vor demnächst genau vierzig Jahren, wurde der Schirmer/Mosel Verlag in München gegründet. Wir gehen also auf einen großen Geburtstag zu, den wir mit allen feiern wollen, die uns beim Erreichen dieses stattlichen Alters geholfen haben: unseren Autoren und Mitarbeitern, unseren Herstellungsbetrieben, unseren Buchhändlern, den Journalisten, die unseren Büchern ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben, und natürlich mit Ihnen, die Sie als Endverbraucher und Leser das eigentliche Ziel unserer Bemühungen um schöne Bücher und kritische Instanz in einem sind. Ein besonderes Dankeswort unseren guten Ärzten, die uns über all die Jahre, so gut es ging, fit und arbeitsfähig, wenn nicht gar gesund gehalten haben. Und den guten Anwälten und Steuerberatern, die uns durch das immer dichter werdende Gestrüpp der Gesetze und Vorschriften, beispielsweise des europäischen Umsatzsteuerwahnsinns, geleitet haben (jüngste, auch sprachliche Sumpfblüte: die „Gelangensbestätigung“).

Drei Programme haben wir aus Anlass unseres Jubiläums für Sie zusammengestellt.

Erstens das zukünftige, das Sie hier in Händen halten. Es wird über unsere und Ihre Feierlaune am Jubiläumstag entscheiden und enthält die Neuerscheinungen der kommenden sechs Monate. Separat, aber ebenfalls auf Papier gedruckt, das lieferbare Gesamtprogramm mit all den Titeln, die wir aus vergangenen Programmen für Sie in die Zukunft tragen, weil sie nach wie vor lebendig und verkäuflich sind – im Branchenjargon „Backlist“ genannt. Und schließlich, zur Geschichtsschreibung des Hauses, ein Verzeichnis aller seit dem 1. April 1974 erschienenen Bücher in elektronischer Form auf unserer Website, geordnet nach Erscheinungsjahr und nach Autorenalphabet. Wenn Sie die 1370 Titel durchblättern oder „browsen“, dann wissen Sie ungefähr, wie es in meinem Kopf, durch den all diese Bücher mit ihren vielen Bildern und Texten hindurchgegangen sind, aussieht (nämlich ordentlich, aufgeräumt und enzyklopädisch eingerichtet – hätten Sie etwas anderes vermutet?).

Sie kennen ja den hanseatischen Spruch „Für das, was war, gibt der Kaufmann nichts.“ Das ist grundsätzlich richtig, gilt aber nur für die Kreditvergabe. In der kulturellen Sphäre mit ihren vielfältigen Formen des Gebens und Nehmens ist das ein wenig anders. Ich nenne dieses Verzeichnis mittlerweile unser drittes Programm, aus dem sich jederzeit neue Titel oder Wiederauferstehungen generieren lassen. Es ist sozusagen die immaterielle Ergänzung zu „Frontlist“ und „Backlist“, der „Fundus“ eben – ein Reservoir an Möglichkeiten, die keineswegs ausgeschöpft sind. Und wenn Sie ein Exemplar unseres „dritten Programms/Fundus“ auf Papier haben wollen, so schreiben Sie uns einfach. Wir machen Ihnen gern einen Ausdruck und werden uns durch Ihr Interesse höchst geehrt fühlen.

Aber lassen Sie mich zu unserem Geburtstag zurückkehren. Wir werden ihn mit drei Komponenten feiern: diesem Programm der Neuerscheinungen, einer Vortragsreihe in München und einer Ausstellung in Münchens Pinakothek der Moderne, die um August Sander zentriert ist. Über die Vortragsreihe und die Ausstellung werde ich Sie noch gesondert informieren. Hier ist der Ort, Ihnen unser Jubiläumsprogramm ausführlich vorzustellen.

Das maßgebliche Buch zur Theorie der neueren „Kunstphotographie“ hat vor einigen Jahren der amerikanische Kunsthistoriker Michael Fried geschrieben. Viele Schirmer/Mosel-Photographen – die Bechers, die Photographen der Düsseldorfer Schule, Jeff Wall und Cindy Sherman spielen darin eine Hauptrolle. Der Titel des Buchs lautet Warum Photographie als Kunst so bedeutend ist wie nie zuvor. Und weil wir an diesem Phänomen mit unseren Büchern in vierzig Jahren mitgewirkt, es befördert und beschleunigt haben, ist das Buch gewissermaßen unsere Jubiläumsfestschrift. Wir legen es Ihnen und der interessierten Öffentlichkeit in einer vorzüglichen deutschen Übersetzung von Ursula Wulfekamp und Matthias Wolf mit 420 Seiten und 280 farbigen Abbildungen vor.

Mit Wolfgang Kemp, dem Textautor unseres allerersten, 1975 erschienenen Buchs, den fabulösen Rheinlandschaften von August Sander, geben wir diesen Band zum Verlagsgeburtstag noch einmal heraus. Nach vierzig Jahren hat Wolfgang Kemp einen neuen Text geschrieben, der dem Erkenntnisgewinn der Sander-Forschung in vier Jahrzehnten Rechnung trägt. Ein ähnliches Ziel verfolgt der ebenfalls bei uns erscheinende Katalog des August Sander Archivs in Köln. Außerdem erscheint als einbändige Gesamtausgabe die von Wolfgang Kemp und Hubertus von Amelunxen verantwortete Anthologie phototheoretischer und photohistorischer Texte neu. Die beiden großen Photoanthologien über Deutschland und über München im 19. Jahrhundert beschließen den photohistorischen Teil unseres Programms.

Der großartige Bildband, den Edgar Reitz mit Bildern aus seinem Film Die andere Heimat zusammengestellt hat, ist zwar schon zum Filmstart lieferbar gewesen, war aber noch nicht angekündigt. Wir holen das hier im Jubiläumsprogramm mit Freuden nach.

Die Kunstbuchabteilung punktet mit Anne-Marie Bonnets ebenso schönem wie die Dürer-Forschung aufrüttelnden Buch über die Erfindung des Aktes durch Albrecht Dürer. Ein Buch, das Dürer als Erfinder der erotischen Sinnlichkeit in der Darstellung des menschlichen Körpers entdeckt und von manchem Klischee befreit, das die eher männlich orientierte, deutsche akademische Dürer-Forschung über die Jahrhunderte über ihn gebreitet hat.

Eine Übersicht über das Werk des großen Cy Twombly bietet der von uns zusammengestellte Band mit den schönsten Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Photographien des Künstlers. Er macht Twomblys Rang als maßgeblicher schöpferischer Meister des 20. Jahrhunderts auf einen Griff wahrnehmbar.

Von Anselm Kiefer leuchtet ein neues Künstlerbuch aus der Edition Heiner Bastian mit dem an die Poesie des Schnees mahnenden Titel Kühlstaub auf.

Ein neuer Band von Mondino, dem Pariser Guru der zeitgenössischen Werbe- und Auftragsphotographie, und ein eher meditatives Buch mit den stillen Waldphotographien von Simone Nieweg beschließen das Programm der Kunstphotographie.

Eine Serie von kleineren Büchern zu Personen aus Showbusiness, Pop-Musik und Film erschließt ein noch populäreres Feld. Es gibt ein Geburtstagsbuch für Leonard Cohen, der 2014 seinen Achtzigsten feiert (wir gratulieren!) und als Fortsetzung unserer Diva-Serie einen Bildband über die früh verstorbene Jean Seberg, die mit dem Film Außer Atem zur weiblichen Kultfigur der Nouvelle Vague wurde. Eine Neuerscheinung mit Filmstills von Grace Kelly ist ebenfalls mit von der Partie.

Ein Reigen von Nachdrucken klassischer Photobücher, unseren Evergreens, beschließt das Programm. Mapplethorpes schwarze Akte (sein Black Book), seine Blumen und die Pflanzenbilder von Blossfeldt und Nick Knight erscheinen ebenso neu wie die beiden Weltbesteller The Best of Helmut Newton und das Magnum Magnum-Buch in seiner kleinen Ausgabe.

Da es bei unserer Verlagstätigkeit ums Sehen geht, spielen Hunde auch immer eine Rolle, denn sie sind es, die uns durch die Welt führen, wenn unser Augenlicht versagt und der Körper noch ein wenig weitermachen will. Deshalb und wegen der großen Nachfrage kommt in Geschenkausgabe endlich wieder: Kubrick The Dog, die photographische Biographie eines ungarischen Viszla, dem Sean Ellis ein anrührendes Denkmal in Buchform gesetzt hat.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen und gute Geschäfte mit unseren neuen und alten Büchern. Und bitte beteiligen Sie sich schöpferisch und kräftig an unserer Schaufensteraktion. Und danke natürlich für Ihr positives und tätiges Interesse, das Sie uns so lange Jahre schon haben zuteilwerden lassen. Ich danke und freue mich auf unsere gemeinsame schöpferische Zukunft.

 

Mit herzlichen Grüßen

 


 

Ihr Lothar Schirmer
München, im Dezember 2013

 

 
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