Als wäre die Zeit im 19. Jahrhundert stehengeblieben – so wirkt München in den Schwarzweiß- Aufnahmen
von Christopher Thomas: klassizistisch, elegisch, menschen- und autoleer.
Um solche Bilder heute machen zu können, muß man früh aufstehen. Zwischen fünf und sechs Uhr morgens, wenn München noch
im Schlaf liegt und von der eigenen Vergangenheit träumt, ist Thomas mit einer Plattenkamera unterwegs: auf dem verschneiten
Königsplatz, im Nymphenburger Park, am Friedensengel und seinem Spiegelbild im ungetrübten Wasser …
Erst auf den zweiten Blick entdeckt man inmitten dieser wahrhaft königlichen Vision auch kuriose, weniger »erhabene«
Details, eine aufgelassene Badeanstalt etwa, das ausgestorbene Oktoberfest, Industriegebäude im Morgennebel.