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HERBST 2019

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Editorial

Liebe Autorinnen und Autoren, liebe Buchhändlerinnen und Buchhändler,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus der Presse und den Medien,
liebe Fans des schönen Schirmer/Mosel Buchs,

zweimal im Jahr sende ich Ihnen das Verzeichnis meiner Neuerscheinungen. Und zweimal im Jahr sieht mein Schreibtisch so aus wie auf nebenstehender Abbildung: Mehr „tabula rasa“ herrscht nie als an den beiden Tagen des Jahres, bevor wir uns mit unseren Vertretern im Münchner Büro zu unseren Vertretersitzungen niedersetzen. Danach schreitet die Rückverwandlung in ein gewaltiges, vielschichtiges Chaos auf diesem Tisch wieder schnell voran. „Hier herrscht kein Chaos“, hat mir meine Frau Motlik an die Bürotür geschrieben, „hier breiten sich Ideen aus“. Ideen nämlich zu neuen Titeln für unser nächstes Programm. Et voilà, hier sind sie, und mit ihnen die neue Ordnung des ästhetischen Kosmos, in geballter Ladung:

Ich beginne mit der grundlegenden Monographie von Armin Zweite über den deutschen Maler Gerhard Richter, die ihresgleichen sucht. Sie ist das Flaggschiff unseres Herbstprogramms. Im nächsten Frühjahr wird das New Yorker Metropolitan Museum das Werk Richters mit einer großen Retrospektive feiern. Unabhängig von den Willkürlichkeiten des internationalen Ausstellungsbetriebs hat Armin Zweite die Essenz des malerischen Werks für Sie ausgewählt und in hoher sprachlicher Eleganz ausführlich kommentiert. Mehr Richter war nie – und in Buchform schon gar nicht – als unser 480 Seiten starker Band mit seinen über 400 farbigen Abbildungen.

Barbara Klemm, die große Bildjournalistin, die von 1970 bis 2005 die Bilder der Politik und des kulturellen Zeitgeschehens in und für die Frankfurter Allgemeine Zeitung photographiert hat, von denen viele zu stilbildenden Ikonen der Gegenwartsphotographie geworden sind, bekommt ihre große Monographie in unserem Herbstprogramm. Norbert Lammert hat für sie/Sie ein Vorwort geschrieben. Wir feiern sie damit aus den vier großen Anlässen dieses Jahres: dem 70. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (23. Mai 1949), dem darauf folgenden 70. Geburtstag der FAZ (am 1. November 1949 erschien die erste Ausgabe), dem 30. Jahrestag des Mauerfalls (9. November 1989) und, last but not least, dem 80. Geburtstag von Barbara Klemm (am 27. Dezember). Wir gratulieren sehr herzlich!

Wir gratulieren auch Hans Magnus Enzensberger zu seinem bevorstehenden 90. Geburtstag (am 11. November). Wir ehren ihn mit einer kleinen Monographie der über viele Jahre entstandenen Portraitphotos seines Generationskollegen und Freundes Stefan Moses – in Verbindung mit einer Ausstellung im Münchner Stadtmuseum.

Thomas Struth, dessen Werk wir seit Anbeginn verlegerisch betreuen, ist mit vier neuen Titeln im Programm vertreten: dem Katalog seiner wunderbaren Ausstellung, die er für die Hilti Art Foundation in Vaduz kuratiert hat, einer preiswerten, broschierten Ausgabe seiner Straßenphotographien Unconscious Places, für die Richard Sennett einen großen Text beigesteuert hat, seiner Monographie Figure Ground in spanischer Sprache, die zur Thomas Struth-Retrospektive in Bilbao im Oktober erscheint. Und schließlich gibt es eine limitierte Collectors’ Edition von Thomas Struth, mit der die letzten Hardcover-Bände von Unconscious Places veredelt werden. Ein Schnäppchen sozusagen!

Aus den Angeboten unserer internationalen Kollegen haben wir insgesamt fünf substanzielle Neuerscheinungen ausgewählt, die wir Ihnen in deutschsprachigen Ausgaben zugänglich machen: Auf dem Umschlag finden Sie bereits den ersten Hinweis auf das Buch über die Kapelle, die Ellsworth Kelly für den Campus der Universität in Austin, Texas, geschaffen hat. Die magischen Glasfenster für diesen Bau kommen aus München. Sie sind in der berühmten Mayer’schen Hofkunstanstalt entstanden.

Der britische Modephotograph Tim Walker stellt sein neues großes Modebuch Shoot for the Moon vor, eine Phantasmagorie seiner Modephotographie aus dem letzten Jahrzehnt: ein grandioses Buch, Kunst, phantastische Kleider und ebensolche Bilder – Sie werden sich dem Sog dieses schöpferischen Deliriums kaum entziehen können. Für Freunde des Kalenders sei hier angemerkt: Die erste bemannte Mondlandung jährt sich im Sommer zum 50. Mal (20. Juli 1969).

Für die Liebhaber und Fans von Tom Waits gibt es ein Fanbuch der Sonderklasse über seine 30 Jahre andauernde Zusammenarbeit mit dem Photographen und Illustrator Matt Mahurin.

Zwei weitere herausragende Kostbarkeiten runden unser Kunstprogramm ab: die Bildhauerin und Kultfigur unter den weiblichen Künstlern der Gegenwart, Louise Bourgeois, lässt erstmals in die Privatsphäre ihrer Häuser schauen. Ihr Buch trägt den schönen Titel Louise Bourgeois – Femme maison.

Und schließlich stellt das MoMA in einem Taschenbuch fachkundig kommentiert seine 375 Meisterwerke vor. MoMA Highlights – so der Titel des Buches – ist eine konzentrierte Kunstgeschichte in ästhetischen Höhepunkten dieser Museumssammlung. Wir feiern damit das 90. Jubiläum des Museums (7. November 1929). Das Buch gehört in jede Buchhandlung, in jede Bibliothek und selbstverständlich ins Reisegepäck Ihrer nächsten Reise nach New York. Während Sie sich die Augen reiben mögen über so viel Neues in der kommenden Saison, ist das noch längst nicht alles. Sonderausgaben und preiswerte Neuauflagen länger vergriffener Titel flankieren unser reichhaltiges Angebot.

Und nicht zuletzt sind folgende Titel aus den früheren Ankündigungen auf dem Weg zu Ihnen. Sie erhalten u.a. demnächst: das große Berlin-Buch von Bernard Larsson und die wunderbaren Zeichnungen von Peter Handke mit dem eindrucksvollen Text von Giorgio Agamben, die Selbstbildnisse Rembrandts und Mit Beuys Evolution denken von Volker Harlan. Und als Abschluss der drei großen Cy Twombly-Werkverzeichnisse den zweiten und letzten Band des Catalogue Raisonné of Sculpture. Dazu gibt es das sensationelle Photobuch mit den Einblicken in die Wohnungen und Ateliers von Cy Twombly und die Schätze, die sich darin verborgen haben.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und gute Unterhaltung mit unseren neuen Büchern.

Herzliche Grüße
 
 LS-Blau

Ihr Lothar Schirmer
München, Mai 2019

PS: Und wer meinen sollte, das Leonardo-Jahr sei mit dem Verstreichen des 2. Mai, an dem seines 500. Todestags gedacht wurde, vorbei, der irrt sich gründlich. Das Leonardo-Jahr fängt mit der Eröffnung der großen Ausstellung im Pariser Louvre am 24. Oktober 2019 erst richtig an. Und unsere Leonardo-Bücher von Marianne Schneider gehören spätestens dann in Ihr Weihnachtsfenster.

 

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