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FRUEHJAHR 2019

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Editorial

Liebe, sehr geehrte Buchhändlerinnen und Buchhändler!
Liebe Kolleginnen und Kollegen in den Medien!
Liebe Schirmer/Mosel-Fans!

Unser Frühjahrsprogramm, das Sie hier erhalten, kreist um große Meister der Vergangenheit, der Gegenwart und – ja, ich wage es zu sagen – der Zukunft. Unsere über Jahre hinweg gepflegte Edition zu Leonardo da Vinci findet ihren Höhepunkt in den Feierlichkeiten zum 500. Todestag des Künstlers am 2. Mai. Und alles, was Sie über Leonardo eigentlich wissen müssen, finden Sie in den zahlreichen Büchern unserer Leonardo-Edition, die von unserer Übersetzerin Marianne Schneider meisterhaft und sachkundig über viele Jahre betreut worden ist. Zwei ihrer bedeutendsten Bücher führen das Programm an.

Es ist mir eine große Freude, in enger Verbindung mit den Leonardo-Büchern die Untersuchung von Volker Harlan und Wolfgang Zumdick über die Ursprünge des Beuys’schen Evolutionsbegriffs in philosophischer und naturwissenschaftlicher Hinsicht vorzulegen. In diesen erweiterten Zusammenhang gehören auch die Zeichnungen des Dichters und Schriftstellers Peter Handke aus seinen Notizbüchern, die uns zeigen, wie detailgenau und liebevoll er als Vorbereitung seiner schriftstellerischen Tätigkeit auf die Phänomene der Natur schaut. Das dürfte nicht nur für die Handke-Leser von besonderem Interesse sein.

Auch die Interviews von und mit Henri Cartier-Bresson, der die Kunst eines spontanen, gesamtheitlichen Sehens zur Maßgabe seines photographischen Schaffens gemacht hat, gehören in diesen Zusammenhang.

Zwei unserer Neuerscheinungen handeln von Büchern: R.B. Kitajs Siebdrucke von 51 klassischen Buchtiteln seiner eigenen Bibliothek, die sowohl als Zeitkapsel seiner Epoche wie auch als Ready-mades ihres graphischen Designs fungieren, sind ein großer Graphikzyklus der beginnenden Pop Art der 1960er Jahre. Kitajs Sammlung, die wir hier erstmals als Buch vorlegen, ist auch als Ausstellung verfügbar. Ich empfehle sie nachdrücklich interessierten Buchhandlungen, Literaturhäusern und Kupferstichkabinetten.

In die Weimarer Republik führt uns die Studienausgabe des berühmten Buchs Antlitz der Zeit von August Sander mit dem Untertitel „60 Fotos deutscher Menschen“. Der Sander-Nachlass hat dazu das reiche Spektrum von Rezensionen zusammengestellt, die das Buch bei seinem Erscheinen 1929 generiert hat, bevor es 1934 von den Nazis verboten wurde; sie ergeben eine kleine Kulturgeschichte der letzten Jahre der Weimarer Republik.

Zwei Neuerscheinungen zum Werk Cy Twomblys schmücken unser Frühjahrsprogramm: der zweite und letzte Band des Werkverzeichnisses seiner Skulpturen wird begleitet von einem Bildband, der tiefen Einblick in die lange diskret gehütete Lebens- und Arbeitswelt des Künstlers gibt. Er enthält Aufnahmen der großen Photographen, die ihn gekannt und geschätzt haben, und natürlich auch die Photographien seines Künstlerfreundes Robert Rauschenberg und die des Künstlers selbst. Florian Illies und Nicola Del Roscio haben Texte beigesteuert.

Robert Mapplethorpe feiern wir zum Gedenken an seinen 30. Todestag mit einer preiswerten Sonderausgabe der großen Werkmonographie.

Die Malerin Karin Kneffel würdigen wir mit einem neuen Buch zu ihrer kommenden Ausstellung in Bremen und Baden-Baden. Und für unseren Münchner Lokalmatador von Weltrang, Karl Valentin, rufen wir einen eigenen Gedenktag aus, nämlich den Valentinstag am 14. Februar. Wer dann das Buch nicht ins Fenster stellt, ist selbst schuld.

Neuauflagen bewährter Bücher von Vivian Maier – Street Photographer, Heinrich Zille – Photographien Berlin 1890 bis 1910 und Candida Höfer – Bibliotheken bereichern ein weiteres Mal unser Programm.

Ich bitte um Ihre freundliche Aufmerksamkeit und danke Ihnen für Ihren Einsatz und Ihr Interesse.

Mit herzlichen Grüßen
 
 LS-Blau

Ihr Lothar Schirmer
Dezember 2018

PS zum Titelbild: Als der jüngste Band der vergangenen Herbstsaison, Hitchcock‘s Blondes von Thilo Wydra, Anfang Dezember in einem ersten Exemplar auf meinen Schreibtisch kam, gefiel mir das Cover so gut, dass ich es kurzerhand für den Titel dieser Vorschau ausgewählt habe. Die Gesichtslandschaft, die Alfred Hitchcock hier mit Cary Grant und Grace Kelly gezaubert hat, empfand ich als eindringliches zeitgenössisches Pendant zu dem, was Leonardo uns vor vielen hundert Jahren mit seiner Mona Lisa geliefert hat. Sehen Sie nur selbst!

 

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